Antenne aufstellen. Draußen sein. Die Welt anrufen.

Amateurfunk trifft Naturpark. Parks on the Air verbindet Menschen weltweit – über nichts als ein Stück Draht, eine Handvoll Watt und einen guten Standort im Grünen.

Kapitel 1

Was ist Amateurfunk?

Amateurfunk ist der weltweit älteste und wohl unaufgeregteste Weg, um mit fremden Menschen ins Gespräch zu kommen: mit Funkwellen. Kein Handynetz, kein WLAN, keine App dazwischen – nur ein kleines Gerät, eine Antenne und die Ionosphäre als Spiegel am Himmel.

Wer eine Amateurfunklizenz besitzt, darf auf eigens dafür reservierten Frequenzen senden. Von der Nachbarstadt bis nach Neuseeland – manchmal mit weniger Leistung als eine LED-Glühbirne. Es ist Technik, Physik, Diplomatie und Sport in einem.

  • Weltweit aktiv rund 3 Millionen lizenzierte Funkamateur*innen
  • Kein Internet nötig Verbindungen entstehen direkt über die Atmosphäre
  • Vom Balkon bis zum Berggipfel funktioniert dort, wo Mobilfunk längst schweigt
Kapitel 2

Wie kommen die Wellen um die Welt?

Kurzwellenfunk klingt fast nach Magie – ist aber saubere Physik. Und die lässt sich so erklären, dass sie auch ein Kind versteht.

Stell dir vor, du wirfst einen Ball hoch in die Luft. Er kommt zurück. Radiowellen machen etwas Ähnliches – nur mit einem unsichtbaren Trampolin hoch oben am Himmel.

Dieses Trampolin heißt Ionosphäre. Die Sonne schießt tagsüber winzige Teilchen in die obere Luft und macht sie ein bisschen elektrisch. Kurzwellen dürfen sich in dieser Schicht wie in einem sanften Spiegel biegen – und landen dann weit weg wieder auf der Erde. Hunderte, manchmal tausende Kilometer vom Startpunkt entfernt.

Deshalb heißt es „Kurzwelle": nur Wellen mit einer ganz bestimmten Länge treffen den Himmelsspiegel genau richtig. UKW-Radio und Handy­frequenzen sind zu kurz – sie fliegen einfach durch die Ionosphäre hindurch ins Weltall. Sehr lange Wellen wiederum kriechen dicht am Boden entlang. Kurzwelle ist die goldene Mitte: weit reisen mit wenig Strom.

Sonne Ionosphäre Deine Station Ein Park in Übersee
Skizze: Eine Radiowelle geht von einer Station nach oben, reflektiert an der Ionosphäre und trifft weit entfernt wieder auf den Boden.
  • Tagsüber Sonne hoch am Himmel: die kürzeren Bänder (10–20 m) reichen um die halbe Welt
  • Nachts die unteren Schichten verschwinden: längere Bänder (40–80 m) fliegen jetzt weit
  • Sonnenaktivität alle 11 Jahre ein Maximum – dann geht auf einmal viel mehr, mit weniger Watt
Kapitel 3

Und was ist Parks on the Air?

Parks on the Air – kurz POTA – ist ein weltweites Programm, das Amateurfunk aus dem Shack ins Freie holt. Die Idee ist einfach: fahre in einen Naturpark, ein Naturschutzgebiet oder einen historischen Ort, bau deine Station auf und geh auf Sendung.

Jeder registrierte Park hat eine eindeutige Referenznummer. Wer dort funkt, ist Aktivator*in. Wer eine Aktivierung hört und antwortet, ist Jäger*in. Zehn Verbindungen genügen, damit ein Park als „aktiviert" gilt – und alle Beteiligten sammeln Punkte, Ecken der Karte und Geschichten.

80k+ Parks weltweit
500k+ Aktivierungen jährlich
10 QSOs für eine gültige Aktivierung
Kapitel 4

Warum macht das jemand?

Weil es alles verbindet, was Spaß macht: rausgehen, Technik basteln, Menschen treffen – und das mit einem Hauch Abenteuer.

Draußen statt drinnen

Statt am Schreibtisch zu sitzen, funkst du unter Bäumen, auf Hügeln oder am Waldrand. Die Kaffeepause hat plötzlich eine Aussicht.

Weit reicht auch klein

Fünf Watt in eine Drahtantenne genügen, um über den Atlantik zu funken. Physik, die sich anfühlt wie Magie.

Neue Orte entdecken

Ein Park in der Nähe, den du noch nie besucht hast? POTA ist der beste Vorwand, ihn endlich kennenzulernen.

Eine Community, die zurückruft

Kaum bist du auf Sendung, hörst du sie: „QRZ? QRZ?" – Jäger*innen auf der Suche nach deinem Park. Das ist Publikum ohne Bühnenangst.

Basteln erlaubt

Antennen aus Angelrute, Akkus aus dem 3D-Druck-Gehäuse, Rucksäcke, die zur Station werden – erfinden gehört dazu.

Sammeln, ohne zu horten

Parks, Länder, Auszeichnungen – POTA belohnt Ausdauer mit Zertifikaten und einer Karte, die von Aktivierung zu Aktivierung wächst.

Kapitel 5

Braucht man dafür eine Lizenz?

Kurze Antwort: fürs Senden ja – und das ist ein Feature, kein Bug. Hinter der Lizenz steckt eine überschaubare Prüfung, die jede*r schaffen kann. Für den Anfang reicht sogar die kleinste Klasse.

Einstieg

Klasse N – für Einsteiger*innen

Die neue Einsteigerklasse in Deutschland. Ein Kursabend die Woche, eine kurze Prüfung, dein erstes Rufzeichen. 10 Watt auf Kurzwelle, 2 m und 70 cm – reicht schon für POTA aus dem heimischen Wald.

Ohne Prüfung

Ohne Lizenz? Hör rein!

Empfangen ist frei. Mit einem einfachen Kurzwellenradio, einem SDR-Stick oder einem WebSDR im Browser kannst du POTA-Aktivierungen aus aller Welt live mitverfolgen – und ganz ohne einen Ton zu senden.

Für jede*n ist etwas dabei: Schüler*innen und Rentner*innen, Bastler*innen und Naturliebhaber*innen, Physik-Nerds, Reisende und Menschen, die einfach mal etwas Anderes suchen. Amateurfunk ist keine geschlossene Gesellschaft – er lebt davon, dass immer wieder neue Stimmen dazukommen.

Aus dem Feld

Wie POTA in der Realität aussieht

Ein paar Momente aus echten Aktivierungen – bei Sonne, Regen und Schnee.

Dein Einstieg

Neugierig? So fängt man an.

  1. 1
    Reinhören, bevor man selbst sendet

    Ein günstiger Kurzwellenempfänger oder ein Websdr-Empfänger im Browser reicht, um erste POTA-Aktivierungen live mitzuhören.

  2. 2
    Amateurfunk­lizenz machen

    In Deutschland reicht die Klasse N für viele Bänder. Kurs, Prüfung, Rufzeichen – meist in wenigen Monaten geschafft.

  3. 3
    Einen Park suchen

    Auf pota.app findest du jeden gelisteten Park mit Referenznummer, Karten und den nächsten geplanten Aktivierungen.

  4. 4
    Rausgehen und Antworten sammeln

    Antenne aufstellen, „CQ POTA" rufen – und staunen, wer sich meldet.

Über mich

Ich, hinter dem Rufzeichen

Hi, ich bin Marius. Auf der Kurzwelle erreichbar unter dem Rufzeichen DM2LAP.

Angefangen hat alles im April 2025 – mit Kurs, ganz vielen Fragen und der Erkenntnis, dass Amateurfunk sehr viel mehr ist, als ich vorher dachte. Seit Juli 2025 habe ich die Klasse-A-Lizenz in der Tasche und darf auf allen Bändern senden.

POTA hat mich fast direkt gepackt. Die Mischung aus Rausgehen, Antennen basteln und mit wildfremden Menschen weltweit ins Gespräch kommen ist einfach schwer zu schlagen. Diese Seite ist mein Versuch, die Faszination weiterzugeben – ohne dass man vorher ein Physikstudium abgeschlossen haben muss.

Kontakt

Interessiert? Schreib mir!

Wenn dich Amateurfunk oder POTA neugierig gemacht hat, wenn du eine Frage zur Lizenz hast oder mich einfach mal auf ein QSO einladen willst – melde dich gerne.

Ich beiße nicht, versprochen.

E-Mail an dm2lap@darc.de

Oder du findest mich in der POTA-App unter meinem Rufzeichen – dort tauchen auch alle geplanten Aktivierungen auf.